Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Vietnam
 
 
 

Umweltpolitik, natürliche Ressourcen und Stadtentwicklung

 

Integrierter Schutz und Management natürlicher Ressourcen in der Region Phong Nha-Ke Bang National Park

Der landschaftlich schöne Phong Nha-Ke Bang Nationalpark ist dank seiner außergewöhnlichen Geomorphologie ein UNESCO Weltnaturerbe. Doch seine Biodiversität ist durch Wilderei, illegalen Holzeinschlag und Brandrodung in großer Gefahr. Einer der Gründe ist die große Armut der Bevölkerung in den Gebieten um den Nationalpark.

Die vietnamesisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit schützt die Biodiversität des Parks durch nachhaltiges Management. Die Pufferzone des Parks spielt dabei eine wichtige Rolle: Durch alternative Einkommensquellen wird Brandrodung eingedämmt. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung wird ein Plan zu nachhaltigem Tourismusmanagement entwickelt und umgesetzt. Dies führt zu neuen Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung und hilft gleichzeitig, die Widerstandsfähigkeit des Ökosystems gegen die wachsenden Auswirkungen des Klimawandels zu stärken.

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Grenzüberschreitender Waldschutz mit deutscher Unterstützung

Holzlager (c) Pham Ba Thinh WWF In Zusammenarbeit mit der Umweltschutzorganisation World Wild Fund (WWF) engagiert sich die Bundesrepublik Deutschland mit dem neu ins Leben gerufenen Projekt „Annamites Carbon Sinks and Biodiversity“ (CarBi) für den Schutz der Wälder in den vietnamesischen Provinzen Quang Nam und Hue sowie in den daran angrenzenden laotischen Nationalparks.

Dafür stellt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Rahmen seiner „Internationalen Klimaschutzinitiative“ Mittel in Höhe von sieben Millionen Euro bereit. Der WWF Deutschland steuert weitere 1,2 Millionen Euro bei.

 Mit der Vertragsunterzeichnung am 10. August 2011 fiel der Startschuss für das auf vier Jahre ausgelegte Großprojekt, dessen Ziel es ist, die Entwaldung in der Region zu stoppen und ein nachhaltiges Forstmanagement zu implementieren. Im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland und in Zusammenarbeit mit dem WWF wird das Projekt von der deutschen KfW Entwicklungsbank umgesetzt.

(c) Pham Ba Thinh WWFIm Fokus steht ein 200.000 Hektar großes Waldgebiet in der Grenzregion zwischen Südlaos und Zentralvietnam. Die Waldfläche entspricht in etwa der Größe des Saarlandes und bietet Lebensraum für viele bedrohte Tierarten wie den indochinesischen Tiger, das Saola-Wildrind und den rotschenkligen Kleideraffen. Das Waldgebiet ist Teil des Annamiten-Bergmassivs und eingebettet in einen der größten noch zusammenhängenden Waldkomplexe des asiatischen Festlandes.

 KfW-Projektmanager Nils Meyer bezeichnete das Projekt als einen "Meilenstein" in den gemeinsamen Bemühungen Deutschlands und Vietnams, den weltweiten Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen. "Wer ambitionierte Naturschutzziele verfolgt, muss Grenzen überwinden und Regierungen eine Plattform zur Zusammenarbeit bieten", so Nils Meyer.

 Mit der Finanzierung dieses grenzüberschreitenden Projekts leistet die Bundesrepublik Deutschland einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Erhaltung bedrohter Tier- und Pflanzenarten in Vietnam und Laos.

Pressemitteilung vom 31. August 2011

 

Nachhaltiges Management von Naturwald und Marketing von wichtigen Waldprodukten

Nachhaltiges Management von Naturwald und Marketing von wichtigen WaldproduktenVietnam verfügt über große Waldressourcen und ist sehr engagiert, diese zu erhalten. Deutschland unterstützt Vietnam dabei, das Forstmanagement und den Forstsektor zu stärken, um den Verlust von Biodiversität einzudämmen und den wirtschaftlichen Wert der Wälder zu erhalten oder sogar zu erhöhen. Das beinhaltet u.a. die Beratung vietnamesischer Partnerorganisationen bei der Entwicklung von technischen und rechtlichen Richtlinien und der Verbesserung administrativer Verfahren und Managementsysteme. Darüber hinaus werden Ansätze zur Steigerung der Qualität von Waldprodukten und Dienstleistungen vermittelt – so kann das Marketing erleichtert und die Einkommensmöglichkeiten verbessert werden.

Deutschland hat Vietnam bei der Einführung innovativer Aufforstungsmodelle in Nord- und Zentralvietnam unterstützt. Auf der Basis von dezentralen partizipativen Landnutzungsplänen wurden private Bauern mit Land zur Aufforstung ausgestattet und weitere Einkommensquellen erschlossen. Die durch die Aufforstungsmaßnahmen erreichte Netto-Reduzierung von Umwelteinflüssen wird auf 15 Millionen Tonnen CO2 bis 2025 geschätzt. Basierend auf den Aufforstungsmodellen kann die vietnamesische Regierung das Management natürlicher Ressourcen und die Lebensstandards der armen ländlichen Bevölkerung verbessern, insbesondere auch die der ethnischen Minoritäten.

Darüber hinaus unterstützt die deutsche Regierung Vietnam bei der Anpassung an Marktveränderungen in den Hauptabnehmerländern für Holz, auch in Bezug auf neue Richtlinien zum Handel von tropischen Hölzern. Vietnam als einer der größten Importeure von Rohmaterial und Exporteur von Holzmöbeln wird von diesen Markttrends beeinflusst. Daher sondiert das Land die Zusammenarbeit mit der EU zum Aktionsplan für Waldrechtsdurchsetzung (Forest Law Enforcement, Governance and Trade (FLEGT) Action Plan), um gegen illegale Abholzung und den damit verbundenen Handel vorzugehen. Deutschland unterstützt Personalentwicklungsmaßnahmen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer, z.B. Training für Verhandlungen und technische Arbeitsgruppen.

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Programm Klimawandel und Küstenökosysteme

Klimawandel und KüstenökosystemeDas Mekong Delta ist bekannt als Vietnams Reisschale – es spielt eine große Rolle für die Nahrungsmittelversorgung in Vietnam und weltweit. Gleichzeitig ist das Delta schon heute sehr anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels. Der Anstieg des Meeresspiegels und häufige extreme Wetterereignisse bedrohen die dicht besiedelte Region. Bevölkerungswachstum und wirtschaftliches Interesse an Aquakulturen erhöhen den Druck auf die natürlichen Ressourcen der (Küsten-)wälder und Deichsysteme noch weiter.

Das Programm Klimawandel und Küstenökosysteme der vietnamesisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit hilft dabei, auf die Auswirkungen des Klimawandels im südlichen Mekong-Delta zu reagieren. Das Ziel des Programms ist es, Küstenökosysteme effizient zu managen und zu schützen, um den Umweltauswirkungen durch Klimawandel zu begegnen und sich daran anzupassen. Aktuelle Projekte sind in den Provinzen Soc Trang, Kien Giang (als Dreieckskooperation zwischen vietnamesischer Regierung, dem Hilfsprogramm der australischen Regierung und der deutschen Entwicklungszusammenarbeit), und Bac Lieu aktiv. Eine geplante Ausweitung des Programms wird neben Politikberatung auf nationaler Ebene sowie in Zusammenarbeit mit dem Hilfsprogramm der australischen Regierung die Ausweitung der Arbeit auf die Provinzen An Giang und Ca Mau umfassen.

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Abwasser und Abfallmanagement in Provinzstädten

Abwasser und Abfallmanagement in ProvinzstädtenVietnams anhaltend schnelles Wirtschaftswachstum und stetige Urbanisierung stellt die Infrastrukturentwicklung aller Provinzstädte des Landes vor große Herausforderungen. Städtische Abwasser- und Abfallentsorgungseinrichtungen haben nicht mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt gehalten: Derzeit sind nur 60% der Stadtbevölkerung an eine zentrale Wasserversorgung angeschlossen. Unbehandelte Haushalts- und Industrieabwässer werden in Kanäle und Flüsse abgeleitet. Dies führt zu Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung und für die Umwelt. Seit Kurzem geht die vietnamesische Regierung die Herausforderung aktiv an und hat die Verbesserung der Abwasser- und Abfallentsorgung bereits in ihre Entwicklungsplanungen integriert.

Deutschland unterstützt diese Bemühungen durch ein Abwasser- und Abfall- Managementprogramm. Dieses hilft dabei, die Abfallmanagementsysteme in den Provinzstädten Bac Ninh and Hai Duong im Norden, Vinh in Zentralvietnam and Can Tho, Tra Vinh and Soc Trang im Süden (Mekong-Delta) Vietnams zu verbessern. Diese Städte bauen derzeit ihre Kanalisation und ihre Kläranlagen aus. Die vietnamesisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit berät Entsorgungsunternehmen zum effizienten und nachfrageorientierten Management und hilft bei der Einrichtung moderner Entsorgungsanlagen. Außerdem unterstützt Deutschland das vietnamesische Bauministerium bei der Entwicklung moderner Rahmenbedingungen für die kommunale Abwasser- und Abfallentsorgung.

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Verbesserung von Energieeffizienz in ländlichen Gebieten

Als Teil seiner Strategie gegen Erderwärmung hat die deutsche Regierung die „Initiative für Klima und Umwelt“ (IKLU) als Finanzierungsfazilität für Programme und Projekte im Sektor etabliert. In Vietnam zielt eines der von IKLU finanzierten Projekte darauf ab, die „Energieeffizienz in Ländlichen Gebieten“ zu verbessern. Mangelnde Investitionen und Wartung haben dazu geführt, dass ländliche Energienetze durchschnittlich 30% ihrer Energie verlieren bevor diese den Endnutzer erreicht. Das Ziel des IKLU-Vorhabens ist die Rehabilitierung der Energienetze. Dadurch werden Energieverluste reduziert und die lokale Bevölkerung gleichzeitig bedarfsorientiert mit verlässlicher und kosteneffizienter Energie versorgt.

 

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