Um langfristiges Wirtschaftswachstum und gleichzeitig eine nachhaltige sozio-ökonomische Entwicklung in einem globalisierten Wirtschaftssystem zu sichern, strebt Vietnam an, die wirtschaftliche Steuerungsfähigkeit und den regulativen Rahmen mit Blick auf Entwicklungsplanung, öffentliche Finanzierung und Finanzsystementwicklung zu verbessern. Zukünftige Herausforderungen beinhalten die Schaffung eines marktorientierten Richtliniensystems, die Reform wichtiger Staatsfunktionen, sowie die Stärkung verschiedener zentralstaatlicher Institutionen.
Die Vertiefung marktwirtschaftlicher Konzepte als Basis für kurz- und mittelfristige Beratung der politischen Ebene und für sozioökonomische Entwicklungsplanung ist eines der wichtigsten Elemente der deutsch-vietnamesischen Entwicklungszusammenarbeit in diesem Bereich. Um Vietnams Übergangs- und Reformprozesses zu unterstützen, konzentriert sich das makroökonomische Reformprogramm auf die folgenden drei Komponenten: Wirtschafts- und Sozialpolitik, öffentliche Finanzen und Finanzsystementwicklung. Darüber hinaus wird deutsche Expertise bereitgestellt, um ökologische Aspekte in eine Steuerreform einzubringen.
Vietnam plant die Einführung einer ökologischen Steuerreform bis 2011. Mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wird Vietnam das erste asiatische Land sein, das ein Gesetz erlässt, welches nicht nur Kohle- und Nichterneuerbare Energiequellen besteuert, sondern auch umweltschädliche Substanzen wie Chemikalien und Pestizide. Das Gesetz hat das Potenzial, Vietnams jährliche CO2 -Emissionen durch Anreize für Veränderungen des Verbraucherverhaltens und energieeffiziente Produktion um 2,3%-7,5% zu verringern. Dies würde für 2012 eine absolute Emissionsreduktion zwischen 2,8 und 9,3 Millionen Tonnen CO2 bedeuten.
Die schnelle wirtschaftliche Entwicklung Vietnams stellt hohe Herausforderungen an das Ausbildungssystem. Häufig besitzen Absolventinnen und Absolventen von Berufsbildungsinstituten nicht die notwendigen Kompetenzen um der steigenden Nachfrage nach hochqualifizierten Facharbeitern gerecht zu werden.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Vietnam dabei, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer insbesondere in Zukunftssektoren marktorientiert auszubilden und zu qualifizieren. Deutschland unterstützt ausgewählte Berufsbildungseinrichtungen bei der Ausarbeitung ihrer Entwicklungspläne. Auf der Basis dieser Pläne hilft Deutschland dabei, die Ausbildungsangebote zu modernisieren, z.B. durch Fortbildung von Lehrern und Managementpersonal und durch die Bereitstellung von Ausbildungsgeräten. Darüber hinaus fördert das Berufsbildungsprogramm die Kooperation zwischen den Ausbildungseinrichtungen und der Wirtschaft. Netzwerkaktivitäten sollen das Bewusstsein für die Relevanz von Berufsbildung stärken. Private Ausbildungsangebote werden zunehmend in die vietnamesisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit einbezogen.
Durch radikale Veränderungen der Wirtschaft und aufgrund des globalen Wettbewerbs muss das Berufsbildungssystem in Vietnam weiter reformiert und ausgebaut werden. Vietnam und Deutschland arbeiten eng zusammen mit dem Ziel, die Leistung und Nachfrageorientierung der Berufsbildung in Vietnam nachhaltig zu verbessern. Dabei wird die vietnamesische Regierung durch Beratungsleistungen, Systemberatung und Personalentwicklungsmaßnahmen unterstützt. Außerdem werden maßgeschneiderte Konzepte entwickelt, um die Zusammenarbeit zwischen Ausbildungsinstitutionen und der Wirtschaft sowie die Finanzierung von Ausbildungsgängen zu verbessern. Neue Formen der Lehrerausbildung werden getestet und die vietnamesischen Partner bei der Koordinierung von Geberaktivitäten im Berufsbildungssektor unterstützt. Die Systemberatung Berufliche Bildung baut auf den Erfahrungen auf der Ebene der Ausbildungseinrichtungen auf.
Durch Public Private Partnerships (PPP) von vietnamesischen Berufsbildungsinstituten und Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit einem deutschen Anbieter von Berufsausbildungsprogrammen (EBG) erhalten vietnamesische Ausbildungs- und Lehrkräfte intensive Weiterbildung in Metallbearbeitung, CNC. Außerdem werden Ausbildungseinrichtungen dabei unterstützt, ihre Beziehungen zu Unternehmen auszubauen und erhalten moderne Werkstattausstattung.
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